Home | english  | Impressum | Datenschutz | Sitemap | KIT

Prof. Dr. Larry Leifer

Engineering Design Thinking – Lessons for Service Providers and Systems Innovators

 


Zusammenfassung

Larry Leifer kann ohne Übertreibung als einer der Grandseigneurs der Stanford University bezeichnet werden. Der Gründungsdirektor des Center for Design Research at Stanford (CDR) und des Hasso Plattner Design Thinking Research Program at Stanford gilt als einer der Entwickler und Vertreter des Design Thinking Ansatzes.

Im Rahmen eines Forschungsaufenthaltes im Silicon Valley konnte das SiNLAB Team Larry Leifer für einen Vortrag im Rahmen der KSRI Speaker Series am KIT gewinnen.

Am Montag, dem 18. Februar wird Larry Leifer in seiner Präsentation einen Rückblick auf seine langjährige Erfahrung mit Design Thinking Projekten werfen und aufzeigen, welche Lektionen Service und System Innovatoren aus diesen Projekten lernen können.

 

Vortrag: Engineering Design Thinking – Lessons for Service Providers and Systems Innovators

In den vergangenen dreißig Jahren hat eine leistungsstarke Innovationsmethode zunehmend von sich Reden gemacht. Sie vereint menschliche, betriebswirtschaftliche und technische Perspektiven zur Beschreibung, Gestaltung und Lösung von Problemstellungen: „Design-Thinking“. Diese – sogenannte „human-centric method“, integriert Erkenntnisse und Ansätze aus den Bereichen Design, Sozial-, Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften. Als besonders erfolgreich erwies sie sich, wenn sie von interdisziplinären, leistungsstarken Teams eingesetzt wird, deren Teilnehmer sich einer Aufgabenstellung von unterschiedlichen Seiten gleichzeitig nähern. Solch ein dynamisches Umfeld führt zu iterativen Lernprozessen, die durch intensives Rapid-Prototyping – einem weiteren Kernelement der Methode – noch beschleunigt werden. Durch Einsatz dieses Ansatzes sind viele erfolgreiche Produkt-, System und Service-Innovationen entstanden.

Design-Thinking scheint einfach zu funktionieren und Unternehmen reagieren prompt. Sie schicken Mitarbeiter auf allen Ebenen zu entsprechenden Seminaren und Workshops. Teams von Experten aus Wirtschaft, Politik und Bildung lösen in entsprechenden Projekten komplexe Probleme und erarbeiten außergewöhnliche Lösungen. Nun ist die Wissenschaft gefragt. Es ist an der Zeit zu verstehen, warum und unter welchen Umständen Design Thinking funktioniert. Es ist an der Zeit eine neue Generation von Verhaltensmustern zu identifizieren und Instrumenten zu entwickeln, die Design Thinking noch leistungsfähiger werden lassen.

Sich auf Ungewissheiten bewusst einzulassen bzw. sich diese zunutze zu machen bedeutet, Neues auch dann noch entstehen zu lassen, wenn wir es nicht mehr organisiert entwickeln können. Um dies zu ermöglichen, müssen wir also Verhaltensweisen fördern, die Innovationen auch im Angesicht großer Unsicherheiten wahrscheinlicher machen. Hierbei liegt der Fokus auf zwei Aspekten: Den Fragen, die wir stellen, um uns einem Problem zu nähern sowie den Entscheidungen, die wir treffen. Diesen beiden Punkten wird sich Prof. Larry Leifer in seinem Vortrag anhand von Praxisbeispielen und Forschungsergebnissen aus seinem Institut nähern.

Fotos: Niels Feldmann


Zur Person

Prof. Dr. Larry Leifer

Professor für Mechanical Engineering Design, Stanford University

Gründungsdirektor, Stanford Center for Design Research

Gründungsdirektor, Hasso Plattner Design Thinking Research Program at Stanford

Gerüchten zufolge kam Larry rechtzeitig zur Einschreibung für das Wintersemester 1958 in Stanford an. Er war gerade aus dem High School Baseball Team ausgestiegen und noch nass von einem Surfsommer in Rincon und Santa Barbara, Kalifornien. Eine Karriere im Ingenieursdesign deutete sich bereits vage an, durch frühe Erfahrungen mit Modelflugzeugen, -autos und -zügen, die er mit kleinen Sprengkörpern paarte, sowie einem 20kg Balsa Surfboard. Zu der Zeit tummelten sich ca. 5 Leute im Wasser. Für das schwere Board musste es eine bessere Lösung geben und so baute er sich kurzerhand sein erstes Schaumstoff- und Glasfaserboard – zu einer Zeit, in der sich etwa 10 Leute ins Wasser begaben. Als er schließlich graduierte, war er auf seinem vierten Board unterwegs und an einem typischen Rincon Tag waren es mittlerweile mehr als 50 Leute im Wasser.

Die Dinge änderten sich. Sechs Monate in "Stanford in Florenz" verwandelten den Strandjungen in einen werdenden globalen akademischen Unternehmer. Nachdem er seine Dissertation in Bioengineering (Neurowissenschaften) in Stanford abgeschlossen hatte (inklusive privater Pilotenlizenz), arbeitete er einige Jahre in Zürich in der Schweiz, entdeckte das Land, Europa und seine liebenswerte Frau, mit der er vier Kinder haben sollte.

Seinen Master in Produktdesign aus dem Jahr ´64 machte er sich zu Nutze, als er schließlich 1976 nach Stanford zurückkehrte: Er unterrichtete in genau diesem Programm. Seine Erfahrungen in Bioengineering in Stanford, bei der NASA und an der ETH Zürich spiegelt sich im heutigen Medical Device Design Programm wieder. Larry Leifer gilt als einer der Entwickler und Vertreter des Design Thinking Ansatzes. Heute ist sein Design Thinking basierter Kurs ME310 an der Stanford University legendär.

Larry Leifer ist (Mit-)Begründer des Center for Design Research  at Stanford (CDR), des Stanford Center for Innovations in Learning, war beteiligt am Aufbau der d.school, dem Hasso Plattner Institute of Design at Stanford und ist mehrfacher Buchautor/-herausgeber.

Mehr Informationen über Larry Leifer gibt es im SINLAB

Quelle: Foto und Text mit freundlicher Genehmigung des Hasso-Plattner-Institut Potsdam