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Energiewirtschaft

Leitung:

Prof. Dr. Wolf Fichtner

Sekretariat: Corinna Feiler, Michaela Gantner-Müller

Links: Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP)

 


Die Forschungsgruppe Energiewirtschaft (EWI) unter Leitung von Prof. Dr. Wolf Fichtner untersucht Services entlang der gesamten energetischen Wertschöpfungskette von der Primärenergiegewinnung über die Energieumwandlung und den Energietransport bis zur Energieverteilung und Energienutzung. Die Umgestaltung des Energiesystems infolge ambitionierter Ziele zum Ausbau Erneuerbarer Energien auf europäischer wie nationaler Ebene, einhergehend mit einer Entwicklung von einer zentral geprägten hin zu einer dezentral geprägten Energieversorgung, hat dabei einen maßgeblichen Einfluss auf die künftige Entwicklung von Anforderungen an „Energy Services“ und stellt somit eine besondere Herausforderung dar. In diesem Zusammenhang sind bspw. die Auswirkungen eines Umbaus von Energieversorgern zu Energiedienstleistern von besonderem Interesse. Daher liegt ein Schwerpunkt der Arbeiten auf kurz-, mittel- und langfristigen techno-ökonomischen Energiesystemanalysen, wobei ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt wird, da im Rahmen solcher Systemanalysen neben rein ökonomischen Kriterien bspw. auch Aspekte der Ingenieur-, Informations- und Sozialwissenschaften zu berücksichtigen sind. Dabei fokussiert die Forschungsgruppe Energiewirtschaft derzeit im Wesentlichen die Entwicklung von Methoden und Konzepten in den Bereichen dezentrale Marktmechanismen sowie Elektromobilität.


Im Bereich dezentraler Marktmechanismen steht die zunehmende Dezentralisierung von Energiesystemen im Zuge der Förderung von erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung im Vordergrund. Insbesondere werden mögliche Entwicklungspfade von existierenden zentralen Marktstrukturen hin zu verteilten Systemen untersucht, wobei die Frage nach einer geeigneten Marktintegration von dezentralen Erzeugern und Nachfragern im Zentrum der Betrachtung steht. Analysiert werden daher Veränderungen in der lokalen Energieversorgung und –nachfrage, deren Auswirkungen auf die Niederspannungsnetze sowie neue Marktmechanismen, um die resultierenden Herausforderungen zu bewältigen. In diesem Zusammenhang sind Fragen bezüglich des zukünftigen Marktdesigns, der Integration von Haushalten über spezielle Stromtarife und zukünftige Marktteilnehmer einschließlich ihrer angebotenen Dienstleistungen und Geschäftsmodelle von besonderem Interesse.


Im Bereich Elektromobilität sind die Auswirkungen der Elektrofahrzeuge auf Energiesysteme und Stoffströme im Fokus der sozio-, techno-ökonomischen und interdisziplinären Analysen. Dabei sind nicht nur Fragestellungen im Smart Grid Kontext interessant, sondern auch Forschungsfragen hinsichtlich des Ladeprozesses, wie z.B. Lokalisierung von Ladesäulen, Navigation, Reservierung, Identifizierung, Authentifizierung, Abrechnung, Roaming, etc. Gleichzeitig spielen Dienstleistungen bei der Implementierung von neuen Verkehrskonzepten eine immer größere Rolle (Stichwort „Mobility 2.0“). Daher werden in diesem Zusammenhang auch Geschäftsmodelle evaluiert und entwickelt.


In ihren Projekten kooperiert die Forschungsgruppe Energiewirtschaft eng mit verschiedenen internationalen Partnern, vor allem aus Europa und Nordamerika. Eine Vielzahl an anwendungs- sowie grundlagenorientierten Forschungsprojekten mit Auftraggebern und Projektpartnern der öffentlichen Hand, Industrie und (wissenschaftlichen) Stiftungen – wie bspw. dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), der Europäischen Kommission, der Helmholtz Gemeinschaft oder der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) – unterstreicht die Erfahrung, wissenschaftlich fundierte Methoden erfolgreich auf praktische Fragestellungen anzuwenden.